Wenn die Uhr 12 schlägt

Carmen Hübler, stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Katharina Weigelt, Leitende Koordinatorin, und Hildburg Hecker, Koordinatorin und Integrative Trauerbegleiterin, (v.li.n.re.) hoffen auf zahlreiche Besucher.
Foto: André Kaiser

Marienberg. „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“, so beschrieb es die bekannte englische Krankenschwester, Sozialarbeiterin und Ärztin Cicely Saunders. Mit anderen Worten gesagt: Der letzte Weg im Leben eines Menschen ist oftmals ein steiniger. Dabei können wir aber meist selbst entscheiden, ob dieser mit Stolpersteinen oder Trittsteinen ausgelegt ist.

Über Sterben, Tod und Trauer wird öffentlich nach wie vor ungern gesprochen. Lieber möchte man das Thema verdrängen. Dabei ist es ein unabwendbarer Bestandteil unseres Lebens, mit dem wir uns letztendlich früher oder später alle befassen müssen.

Der Hospiz- und Palliativdienst Marienberg e.V. greift dies nun im Rahmen einer interaktiven Sonderausstellung im Bergmagazin in Marienberg auf. Unter dem Motto „Ich begleite Dich“ wird Interessierten jeden Alters anschaulich aufgezeigt, mit welchen Ängsten und Fragen man konfrontiert wird, welche Stolpersteine Betroffenen und Angehörigen den Weg von der erschütternden Diagnose an bis zum Ende hin erschweren, aber auch, welche Trittsteine ihnen Halt und Sicherheit geben.

„Wir möchten den Menschen mit dieser Ausstellung zeigen, dass sie und ihre Lieben, die sie zurücklassen, den letzten Weg nicht allein gehen müssen, dass es da viele meist Ehrenamtliche gibt, die sie an die Hand nehmen, ihnen Halt geben, stärken und trösten“, so die Initiatorinnen.

 

Das erwartet Besucher

Den letzten Lebensweg müssen Betroffene und Angehörige nicht allein beschreiten. Dies veranschaulicht die neue interaktive Sonderausstellung des Hospiz- und Palliativdienstes Marienberg im Bergmagazin.
Foto: André Kaiser

Die interaktive Sonderausstellung zum Thema „Sterben, Tod und Trauer“ im Marienberger Bergmagazin öffnet an diesem Wochenende. Mit Unterstützung des Deutschen Hospiz und Palliativ Verbandes lädt der Hospiz- und Palliativdienst Marienberg e.V. Besucher ein, sich damit näher auseinanderzusetzen.

Im Rahmen eines Rundgangs werden verschiedene Themenbereiche auf anschauliche Weise und durch verschiedene Interaktionen aufgegriffen. So kann man beispielsweise an einigen Stationen seine Sinne bewusst wahrnehmen oder an einer anderen Station des Rundganges selbst eine Traueranzeige erstellen. „In der Mitte des Raumes befindet sich zudem das umfangreiche Netzwerk an Helfern und Unterstützern, auf welche Betroffene und Angehörige an ihrem Lebensende zurückgreifen können“, erklärt Katharina Weigelt.

Die leitende Koordinatorin: „Besucher können selbst entscheiden, ob sie den Rundgang allein absolvieren, oder dies im gedanklichen Austausch mit unseren haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern tun möchten. Unser Ansinnen ist es, den Menschen zu zeigen, dass sie in ihrem letzten Lebensabschnitt nicht allein sind. Wir wollen Betroffenen die Ängste nehmen und Angehörige stärken und trösten. Jede und jeder ist willkommen“.

Die Ausstellung im Bergmagazin ist bis 1. Mai immer Donnerstag und Freitag von 13 bis 18 Uhr sowie Samstag, Sonntag und feiertags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Zudem besteht für größere Gruppen die Möglichkeit, die Ausstellung von Montag bis Mittwoch zu besuchen. Hierfür ist eine Anmeldung telefonisch unter der Nummer 03735/ 661466 bzw. per E-Mail an notwendig.

 

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