Wichtige Weichen gestellt: Übergangslösung für Bahnstrecke Chemnitz – Leipzig

So könnten die neuen Züge eventuell aussehen. Entwurf: VMS

Chemnitz/Leipzig. Bahnfahrten zwischen Chemnitz und Leipzig sollen ab 2019 eine höhere Qualität haben. Da seit Mitte Juni die infrastukturelle Verbesserung in Form von Elektrifizierung ab voraussichtlich Ende 2027 feststeht, können nun die Weichen in Form einer Übergangslösung gestellt werden. „Acht Jahre sind zu kurz für die Anschaffung neuer Züge, aber der jetzige Stand ist für diesen Zeitraum nicht mehr tragbar“, erklärte am Mittwoch Mathias Korda, Geschäftsbereichsleiter Verkehr/Infrastruktur beim Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS).

„Die häufigsten Beschwerdepunkte der Fahrgäste sind die Einstiegsverhältnisse, das Alter der Fahrzeuge, unzureichende Fahrgastinformationen und Zugausfälle“, ergänz VMS-Geschäftsführer Dr. Harald Neuhaus. Um an allen Kritikpunkten anzusetzen, hat die VMS ein Maßnahmenpaket vorgelegt, das im wesentlichen vier Punkte umfasst: Zum einen sollen die bestehenden Wagen gegen modernere ausgetauscht werden. Dazu werden ein Doppelstock-Steuerwagen, ein Doppelstock-Mittelwagen, zwei Reisezugwagen sowie ein zusätzlicher fünfter Wagen als Ersatz angeschafft werden.

Die Kosten für den Kauf und die Neugestaltung belaufen sich auf rund elf Millionen Euro. Davon werden 50 Prozent vom Freistaat Sachsen gefördert, die anderen 50 Prozent tragen der Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen (ZVMS) und der Zweckverband Nahverkehrsraum Leipzig (ZNVL). Als zweiter Punkt wird die Instandhaltung zukünftig nicht mehr in Delitzsch sondern in Chemnitz durchgeführt, um flexibler zu sein. Um Fahrgäste besser über Verspätungen oder Ausfälle informieren zu können, soll eine Online-App eingeführt und auch der Fahrgastservice am Hauptbahnhof Chemnitz verbessert werden.

Als vierter Punkt wurde die durchgängige Verbindung von Fahrten zwischen Chemnitz und Elsterwerda als Express nach Berlin genannt. Die Neuerungen sollen 2019 sukzessive umgesetzt werden. Mehr als 3.000 Bahnreisende nutzen die Verbindung zwischen Chemnitz und Leipzig derzeit täglich.

Den zusätzlichen Aufwand für die Betriebsdurchführung von jährlich rund 600.000 Euro werden zu 38 Prozent der ZVMS und zu 62 Prozent der ZVNL tragen. Zusatzkosten entstehen durch die fünfte Wagengarnitur und eine bessere Ausstattung (z.B. Klimaanlage, W-LAN).

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