Wie fahrradfreundlich ist Zwickau? – Stadt will mit Radverkehrsnetz überzeugen

Die diesjährige Einwohnersammlung auf Rädern mit Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) war bereits ein guter Anfang und stieß bei den Bewohnern der Stadt auf großes Interesse.   Fotos: Stadt Zwickau

„Rad-Stadt“ oder nicht? – Nachdem Zwickau vor zwei Jahren auf einen der hintersten Plätze im ADFC-Fahrradklima-Test 2016 gelandet ist, will die Stadt nun besser abschneiden und ruft dazu alle Einwohner auf, sich an der diesjährigen gemeinsamen Umfrage des Fahrrad-Clubs und Bundesverkehrsamtes zu beteiligen. Damit sollen vor allem Stärken und Schwächen der Radverkehrsförderung in der Region ermittelt werden.

Mehr als 120.000 Bürgerinnen und Bürger haben 2016 mitgemacht und die Situation in über 500 Städten beurteilt. Zwickau konnte dabei in der Stadtgrößenklasse 50.000 bis 100.000 Einwohner nicht in allen Punkten überzeugen.

„Seit der letzten Befragung 2016 hat sich einiges getan. Es wäre schön, wenn es Zwickau nun zumindest unter die Aufholer schafft.“, wünscht sich Christian Foltas, neuer Sachbearbeiter für die Radverkehrsplanung im Tiefbauamt. „Wir haben in den vergangenen Jahren einige Wege und Straßen fahrradfreundlich ausbauen, sanieren und mit Radfahr(schutz)streifen markieren können.“, resümiert Foltas und nennt neben der umfassend sanierten Fuß- und Radwegebrücke in der Nordvorstadt in Richtung Crossen, der Öffnung der innerstädtischen Fußgängerzonen für Radfahrer und einer E-Bike-Ladestelle in der Hauptstraße auch die erst kürzlich im Rahmen einer Hochwasserschutzmaßnahme abgeschlossene Verbreiterung des Marienthaler Fuß- und Radweges am Marienthaler Bach.

Vor allem der Fuß- und Radweg am Marienthaler Bach war auch einer der insgesamt acht Haltepunkte während der zweiten Einwohnerversammlung auf Rädern, zu der Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß und die Stabsstelle Stadtentwicklung in diesem Jahr am 21. August eingeladen hatten. Über 50 Teilnehmer radelten auf einem ca. 9 Kilometer langen Rundweg über den Marienthaler Fußweg, die Olzmannstraße in Richtung Neuplanitz, den Galgengrund und die Saarstraße zurück ins Zentrum. Neben fachlichen Ausführungen zu bereits abgeschlossenen Baumaßnahmen und Wegsanierungen standen vor allem auch bevorstehende und geplante Maßnahmen zum Radverkehrsnetz in Zwickau zur Diskussion.

Allerdings äußerten die Einwohner ebenso auch Kritik. Knackpunkt dabei war insbesondere die Wegweisung für den Radverkehr über die Saarstraße. Denn nicht zuletzt ist für diese Verbindung langfristig kein Ausbau bzw. eine Deckensanierung vorgesehen, wie es weiter aus dem Rathaus heißt.

„Wir sind dankbar, für jeden ernstgemeinten und verwertbaren Hinweis unserer Zwickauer Radfahrer und Fußgänger, um Bestehendes zu optimieren und Planungen entsprechend der Notwendigkeiten und Bedarfe anzupassen. Dabei helfen nicht nur die Einwohnerversammlungen (auf Rädern), sondern auch derartige Umfragen. Sie zeigen uns, ob die Verbesserungen auch bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommen, was schon gut läuft und was nicht. Wir bitten also alle Zwickauerinnen und Zwickauer sich ein paar Minuten für die Befragung auf www.fahrradklima-test.de Zeit zu nehmen“, so der Rathaussprecher Matthias Merz.

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit und findet im Herbst 2018 zum achten Mal statt. Er wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans gefördert. 2016 haben mehr als 120.000 Bürgerinnen und Bürger mitgemacht und die Situation für Radfahrer in 539 Städten bewertet.

 

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