Wie geht es in der Automobilindustrie weiter?

Rund 300 Teilnehmer nahmen beim IHK-Branchentreff “Internationaler Jahreskongress der Automobilindustrie” am Dienstag und Mittwoch teil. Foto: Kathrin Buschmann/ IHK

Zwickau. Die Muldestadt ist am Dienstag und Mittwoch erneut Austragungsort des Internationalen Jahreskongresses der Automobilindustrie gewesen. Knapp 300 Teilnehmer aus der ganzen Welt verständigten sich bei der 23. Auflage zum Strukturwandel vor Ort und dem internationalen Wettbewerb. Die Meinungen gingen unter den Fachleuten allerdings auseinander.

Prof. Thomas Koch: “Es gibt nicht nur eine Lösung.” Foto: Alice Jagals

Rund 5.000 Jobs gehen prognostiziert den Bach runter. Dem gegenüber stehen allerdings 4.000, die aufgrund der E-Mobilität entstehen werden. 75.000 Arbgeitsplätze in der Zulieferindustrie gibt es derzeit im Freistaat. Dass sich das VW Werk in Mosel zu 100 Prozent auf den Elektroantrieb einlässt, sieht Prof. Thomas Koch vom Karlsruher Institut für Technologie kritisch. „Die eine richtige Lösung gibt es nicht“, sagt Koch. “Alle Antriebe sind quasi emissionsneutral. In den Vordergrund rückt die gesamte Lebenskette eines Fahrzeuges.“  Ungeachtet davon, dass sich nicht gerade viele Menschen derzeit ein E-Auto leisten können, würden Betriebe in China mittlerweile Milliarden Beträge in die Verbesserung von Verbrennern investieren.

Dem entgegnet Dirk Vogel vom Zuliefernetzwerk AMZ Sachsen, dass ohnehin 75 Prozent der Fahrzeuge in den Export gehen. Schon allein deshalb, weil es in manchen Ländern oder gar nur Städten gewisse Auflagen gibt. Insofern ist es auch die Macht der Politik, inwieweit die sich E-Fahrzeuge durchsetzen.

In einer kurzen Pressekonferenz erklärten einige Referenten, worum es beim diesjährigen Kongress ging. Foto: Alice Jagals

London ist so ein Beispiel. Hier gibt es seit 2018 nur eine sogenannte „Null-Emissionszone“. Wer die missachtet, zahlt Strafe. Jörg Hofmann ist Geschäftsführer der London Electric Vehicle Company. Die Firma ist Hersteller des ersten Elektro-Taxis, allerdings ausgestattet mit einem kleinen Verbrenner als Reichweitenverlängerer, weltweit. Diese Taxis oder besser gesagt Shuttles fahren bereits in der Metropole. Und auch in deutschen Städten gibt es bereits Interesse. Er sieht vor allem Ballungsräume „elektrisch“.

Die Antwort darauf, inwieweit sich Wasserstoff als Antrieb durchsetzen könne, glich sich mit der Ansicht von VW Konzernchef Herbert Diess. Er sagte am Montag beim ID.3-Produktionsstart, dass diese Brennstoffzelle erst in den nächsten zehn bis 20 Jahren etablieren könne.

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