Wie tickt Zwickau?

Auch wenn Großveranstaltungen in diesem Jahr Mangelware sind, gibt es mehr Indiaktoren, die zur Zufriedenheit führen. Das wären auch Bildung, Jugendangebote und vor allem Mitbestimmung. Aber wie schafft man den Spagat? Fotos/ Montage: Alice Jagals

Zwickau. Was könnte man in Zwickau verbessern? Welche Altersgruppe sieht sich in welchem Bereichen benachteiligt? An welchen Stellschrauben müsste gedreht werden, um (noch) mehr Lebensqualität in der Muldestadt zu schaffen?

Um das herauszufinden, müssen – klar – die Rahmendaten herausgestellt werden und die Mitarbeit einer breiten Masse vorausgehen. Hierzu wurde nun ein Papier unter dem Namen „Zwickau Ticker“ im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Zwickau durch den Verein Alter Gasometer e.V. und einem Autorenteam erstellt. Immerhin: Teil eins steht bereits. Und da zeigt sich: Den Zwickauern geht es pauschal gesagt gut. Statistsich stehen den Einwohnern mehr Wohnfläche zur Verfügung (2008: 39,3 qm/Ps; 2018: 41,7 qm/Ps), die Kaufkraft ist deutlich gestiegen (2008: 32.000 Euro/ Haushalt; 2017: 41.600/ Haushalt) und der Arbeitslosenanteil um die Hälfte gesunken (Corona-Situation ausgeklammert). Das führt wohl auch dazu, dass seit 2017 immer weniger Menschen aus Zwickau wegziehen. Dennoch deckt Zwickau den Beschäftigungswachstum zu etwa 50 Prozent über einpendelnde Arbeitnehmer. Anders ausgedrückt: Nach Zwickau wird aufgrund des Arbeitsplatzes nicht unbedingt gezogen.

Knapp 50 Gäste kamen am Montagabend in den Alten Gasometer, um sich über den „Zwickau Ticker“ zu informieren. Foto: Alice Jagals

Umfragen gibt es zu genüge, um herauszufinden, wie die Bevölkerung „tickt“. Erwähnt seien beispielsweise der „Sachsen Monitor“ oder auch die Städteumfrage „Urban Audit“. Mit dem „Zwickau Ticker“ will man mehr in die Tiefe gehen und einzelne Quartiere in der Muldestadt selbst näher betrachten, „denn so etwas liegt für Zwickau noch nicht vor“, sagte Matthias Bley, Koordinator für Demokratiearbeit in Zwickau, bei der Vorstellung des „Zwickau Tickers“ am Montagabend im Alten Gasometer. „Und das hilft uns auch wiederum in der weiteren Planung innerhalb der Verwaltung“, fügt Marcel Kruppa, Amtsleiter im Amt für Familie, Schule und Soziales, hinzu. Bleibe man an Verbesserungsangeboten für Kinder und Jugendliche, so müsse man auch die Verhältnismäßigkeit an Angeboten beachten. In den Randgebieten haben viele Kinder einen längeren Schulweg und entsprechend auch größere Distanzen zu Jugendangeboten zurückzulegen. In Eckersbach wiederum gibt es viele Angebote, allerdings immer weniger Kinder. „Den Zwickauer geht es gut, aber nicht für alle trifft der positive Trend zu. Da müssen wir ansetzen“, so Bley.

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