Wieder Leben im Haus

Die Umbauarbeiten am Fachwerkhaus in Hoheneck sollen im Oktober 2021 beginnen. (Foto: Natalie Scheffler)

Altes Fachwerkhaus in Hoheneck wird saniert und umgebaut

Stollberg. Das alte Fachwerkhaus, das sich vor Schloss Hoheneck befindet, soll demnächst saniert und umgebaut werden. Das Gebäude stammt vermutlich aus dem Jahr 1902 und gehört zum Gelände der ehemaligen Hohenecker Justizvollzugsanstalt. Damals wurde es als Beamtenwohnhaus, also als Wohnheim für die Angestellten des Gefängnisses genutzt. „Das Gebäude wurde bereits entkernt und wir haben einige Wände herausgenommen. Für alle erforderlichen Bauleistungen erfolgt eine öffentliche Ausschreibung, dabei wird aber gewerkeweise getrennt. Zuerst sind die Baumeisterarbeiten dran. Die spezielle Situation des Gesamtobjekts erfordert hier die Zusammenfassung von z.B. Zimmer-, Holzschutz-, Maurer-, Beton-, Tiefbau- und Rohrverlegearbeiten“, erklärt Thomas Jubelt vom Bau-/Ordnungsamt Stollberg.

Baustart wird Anfang Oktober sein, die Fertigstellung ist für Ende 2022 geplant.
„Ob wir das schaffen, werden wir sehen. Im Moment gibt es enorme Lieferschwierigkeiten des Materials und zudem explodieren die Preise, das merken wir auch bei der Sanierung des aktuell laufenden Bauabschnitts West- und Südflügel der ehemaligen Justizvollzugsanstalt. Holz liegt aktuell teilweise beim dreifachen Preis pro Festmeter“, fügt Thomas Jubelt hinzu.

Das Fachwerkhaus soll zum Jugend- und Begegnungszentrum werden. (Foto: Natalie Scheffler)

Im Gebäude ist auch Hausschwamm ein Problem, daher muss das befallene Holz entfernt und das Mauerwerk chemisch behandelt werden.
Vorher gab es auf jeder Etage in der Mitte einen langen schmalen Flur, von dem einzelne Wohnkabinen abgingen. Nun sollen größere und helle Räume entstehen und auf beiden Seiten des Gebäudes gibt es Fluchtwege. Das Gebäude soll zukünftig als Jugend- und Begegnungszentrum fungieren. Platz gibt es dann für 24 Schüler und deren Erzieher. Zudem entstehen Küche, Speiseraum und eine Kreativwerkstatt. Um die Begegnungsstätte behindertengerecht zu gestalten, wird von außen ein Fahrstuhl in Form einer Stahl-Glaskonstruktion angebracht. Die Holztreppe im Gebäude muss entfernt und durch eine andere ersetzt werden, da sie nicht den erforderlichen Brandschutzvorschriften entspricht.
„Das Areal Stalburc steht an sich unter Denkschmalschutz. Bei dem Fachwerkhaus haben wir uns darauf geeinigt, dass der Denkmalschutz darauf beruht, von außen möglichst das Urerscheinungsbild zu erhalten. Wir dürfen aber beispielsweise die Gitter vor den Fenstern entfernen, denn das Gebäude steht außerhalb der Mauer und hat demnach keinen Bezug mehr zum Gefängnis. Aber die Balken wollen wir da, wo es möglich ist, sichtbar lassen – denn das macht ja gerade den Charme eines Fachwerkhauses aus“, erklärt Thomas Jubelt.

Eine lustige Anekdote war immer der Balkon, der von außen zwar sichtbar ist, nur der Zugang ist von innen nicht ersichtlich. Das lag daran, dass die Tür zugemauert war. Diese soll nun wieder freigelegt und der Balkon zugänglich gemacht werden. „Der Denkmalschutz wünscht sich, möglichst den Urzustand wieder herzustellen, vor allem was die Fenster und die Verschnörkelung am Balkon betrifft. Nur bisher haben wir dazu leider keine Unterlagen gefunden“, so Thomas Jubelt.

Wenn Sie also noch alte Fotos oder Postkarten vom Fachwerkhaus in Hoheneck besitzen, wenden Sie sich dazu gerne an den WochenENDspiegel unter:

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