Wieder Wasserkunst im Bergwerk

Mal wieder großer Bahnhof im Abenteuerbergwerk Bernsteinzimmer – genauer gesagt im Bereich Radstube. Und dieser Name stimmt seit dem 13. Oktober 2019 wieder – denn nach vielen Jahrzehnten gibt es dort wieder ein funktionierendes Wasserrad, eine Wasserkunst! Bekanntermaßen stellt in jedem Erz-Bergwerk das Grubenwasser das größte Problem dar und muss(te) mit irgendeiner Technik nach draußen transportiert werden.
Auch in der Morgenröthe-Fundgrube gab es in der Bergbau-Ära immer wieder Wasserräder, von der Höhe der Weitung müsste das letzte einen Durchmesser von 10 Metern gehabt haben. Aber die gesamte Szenerie in Deutschkatharinenberg geriet nach 1882, dem Jahr der Grubenschließung, in völlige Vergessenheit. Als man im Zuge der Schatzsuche im Spätsommer 1998 das Bergwerk an sich wieder entdeckte, war von der Wasserkunst kaum noch etwas übrig. Seit Oktober 2001 wurden Besucher auch in die Radstube geführt, doch diese konnten nur abstrakt über die alte Technik etwas erfahren.
Schon länger hatte das Team vom Besucherbergwerk überlegt, wie man eine neue Attraktion im Inneren schaffen könnte. Bergführer Jens Wagner und Räuchermännchen-Hersteller Knut Beyer hatten schließlich die Idee: Ein oberschlächtiges 2,50 Meter-Durchmesser-Wasserrad aus Eichenholz, und voll funktionstüchtig. “Kunstmeister” Knut Beyer erledigte die ungewöhnliche Arbeit jedenfalls professionell und ohne etwas dafür zu verlangen(!). Seine Familie gehört zu den ganz alteingessenen im Schweinitztal – sein Vater Frank ist der Erbauer der “Fortunakaue” über dem Förderschacht.
Zum Thema Radstube selbst sei noch ein Blick zurück ins Jahr 1999 gestattet. In ihr vermutete seinerzeit ein gewisser Josef Drabesch aus Trier die Kisten: “Es sind 75 Schritte vom Eingang bis zum Schatz.” Drabesch hatte diese Angaben (und weiteres) im Sommer 1945 in einem Kriegsgefangenlager von einem deutschen Offizier gehört. Vor 20 Jahren schlief Drabesch über Wochen in seinem Opel vor der damals noch stehenden Zico-Fabrik, um ja nichts zu verpassen. Ach ja: Das mit 75 Schritten stimmte wirklich, es war die Distanz Mundloch/Radstube. In diesem Stolln-Abschnitt waren 2018 auch die berühmten Eiskobolde zu bestaunen (“WochenENDspiegel berichtete).

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