Willkommen in der Zu(g)kunft!

Annaberg-Buchholz und TU Chemnitz streben Forschungscampus für automatisiertes Zugfahren an.
Foto: Sven Günther

 

In Annaberg-Buchholz beginnt die Zu(g)kunft

 

Wer erinnert sich nicht an den legendären letzten Teil der Trilogie „Zurück in die Zukunft“ mit Marty McFly und dem verrückt-genialen Dr. Emmett L. „Doc“ Brown, der am Ende mit einer fliegenden von Dampf betriebenen Lokomotive durch die Zeit reiste. Allemal Zukunftsmusik, Science-Fiction, realitätsfern und doch irgendwie visionär.

Willkommen in der Zu(g)kunft!
Visionär ist zweifelsohne das Vorhaben der TU Chemnitz und der Großen Kreisstadt Annaberg-Buchholz, in dessen Rahmen in der Bergstadt ein Forschungscampus für automatisiertes Zugfahren realisiert werden soll. Hybride Antriebe, selbstfahrende Züge, ein intelligentes, vollautomatisch gesteuertes Stellwerk sowie ein leistungsfähiges 5G-Datennetz. Klingt wie der Stoff, aus dem gute Filme gemacht werden, soll aber tatsächlich bald Wirklichkeit sein. Nicht am europäischen Knotenpunkt Leipzig oder etwa in der Weltstadt Berlin. Nein. Dieses europaweit einzigartige Modellprojekt soll mitten im Herzen des Erzgebirges in der beschaulichen Bergstadt Annaberg-Buchholz starten.

Und die Visionäre stießen tatsächlich auf offene Ohren, bekamen für ihre Idee gemeinsam mit Partnern, wie der Siemens AG, der Deutsche Bahn, des Eisenbahn-Bundesamtes, der TU Dresden sowie dem Freistaates Sachsen vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) grünes Licht für den nächsten Schritt.

„Bereits seit 2005 ist auf dem Bahnhof Annaberg-Buchholz Süd modernste elektronische Stellwerktechnik (ESTW) der Siemens AG in Betrieb. Seit dem 19.01.2018 wird nun der Zugbetrieb der Erzgebirgsbahn durch ein digitales Stellwerk (DSTW) vollautomatisch gesteuert. Mit der Strecke zwischen Annaberg-Buchholz und Schwarzenberg steht eine Trasse für Testfahrten zur Verfügung. Entwicklungsarbeiten zum sächsischen Hybrid-Schienenfahrzeugprojekt EcoTrain sind weit fortgeschritten und mit dem Unteren Bahnhof in Annaberg-Buchholz ist ein idealer Standort für die Einrichtung eines Forschungscampus im Erzgebirge vorhanden“, so die Initiatoren.

Finanziert werden soll das Mega-Projekt wie eingangs schon genannt mit Hilfe des BMBF über das Programm „WIR!- Wandel durch Innovation in der Region“. Dabei hat es die Projektidee von mehr als 100 Vorschlägen schon einmal unter die ersten 32 geschafft, was Fördermittel in Höhe von rund 200.000 Euro bedeutet. Mit Hilfe des Geldes soll nun ein detailliertes Konzept bis zum Herbst 2018 auf die Beine gestellt und beim BMBF erneut eingereicht werden. Ob die Vision dann tatsächlich zur Realität wird, hängt von der Entscheidung der Behörde ab, da lediglich zwölf der 32 Projekten bezuschusst werden. Allerdings lohnt sich der Aufwand. Schließlich geht es hier um erhebliche Summen zwischen fünf und acht Millionen Euro für jedes bewilligte Projekt allein in den ersten beiden Jahren.

Der Annaberg-Buchholzer Oberbürgermeister Rolf Schmidt: „Diese Projektidee hat das Potenzial für eine absolute Alleinstellung des Erzgebirges in Europa. Forschung, Technologie und Innovation zum automatisierten Fahren auf Bahntrassen würden unter realen Bedingungen hervorragend miteinander vernetzt und konzentriert. Mit der TU Chemnitz und vielen weiteren Partnern sind wir sehr gut aufgestellt. Es gibt reale Chancen für eine universitäre Forschungseinrichtung in unserer Stadt mit Strahlkraft für die gesamte Region und für hochqualifizierte Arbeitsplätze. Außerdem würden die regionale Automobil- und Zulieferindustrie, der Maschinen- und Anlagenbau sowie Unternehmen aus der Digitalisierungsbranche von diesem Vorhaben profitieren. Weiterhin können innovative Konzepte für die Mobilität von morgen im ländlichen Raum entwickelt werden.“

 

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