Wir brauchen 400.000 Zuwanderer – pro Jahr!

Um den Fachkräftemangel auszugleichen, werden wir 400.000 Zuwanderer pro Jahr benötigen, sagen Forscher der Arbeitsagentur. Foto: pixaybay.com

Willkommen in unserer Heimat!

Von Sven Günther

Region. Sie wurden mit Handschlag und manchmal sogar mit einem Präsent gegrüßt, kamen zwischen 1955 bis Ende 1973 meist aus Italien, Spanien, Griechenland und der Türkei: Gastarbeiter. Rund 14 Millionen Menschen siedelten nach Deutschland um, erledigten oft schlecht bezahlte Jobs.
Eine neue Berechnung des Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit zeigt: Wir werden wieder Gastarbeiter ins Land holen müssen – diesmal um den Facharbeitermangel zu bewältigen.

Die Forscher sagen: Nur mit einer jährlichen Nettozuwanderung von 400.000 Personen bleibt das Arbeitskräfteangebot langfristig konstant!

Der Grund: Demografisch bedingt nimmt das sogenannte Erwerbspersonenpotenzial ohne Zuwanderung bis 2035 um 7,2 Millionen, bis 2060 sogar um insgesamt 16 Millionen Arbeitskräfte ab.

„Bleiben die Wanderungsströme so bestehen, wie sie über einen längeren Zeitraum vor der Pandemie zu beobachten waren, nimmt das Erwerbspersonenpotenzial bis 2035 um sechs Prozent ab, der Rückgang bis 2060 beträgt aber beinahe 20 Prozent“, erklärt er.

„Diese im Vergleich zu den letzten Jahren niedrige Nettozuwanderung bewerten wir als durchaus realistisch“, berichtet IAB-Forscherin Doris Söhnlein. Ein wesentlicher Grund dafür sei unter anderem das sinkende Wanderungspotenzial aus den Hauptherkunftsländern der EU-Zuwanderung durch den dort ebenfalls wirkenden demografischen Wandel.

Und was ist mit längeren Arbeitszeiten? Die Wissenschaftler winken ab: „Mit einer besseren Integration ausländischer Frauen in den Arbeitsmarkt, Erwerbsquoten deutscher Frauen, die mit denen der deutschen Männer übereinstimmen, sowie noch einmal deutlich höheren Erwerbsquoten Älterer ließen sich bis 2035 zusätzliche Potenziale von 3,4 Millionen Erwerbspersonen aktivieren“, berichtet IAB-Forscherin Brigitte Weber.

Fazit: Im Vergleich zu den demografischen Effekten sind die noch aktivierbaren inländischen Erwerbspotenziale damit bei unveränderten Arbeitszeiten deutlich zu niedrig.

 

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