„Wir brauchen dringend mehr Schulsozialarbeiter“

Politiker und Vereine wollen mehr Förderung in der Jugendhilfe. Foto: Ephraimstochter

Politiker und Vereine wollen mehr Förderung für die Jugendhilfe.
Foto: Ephraimstochter

Zwickau. Schulden, Suchtprobleme, ein schlechtes Elternhaus – das sind die Hauptprobleme, mit denen Schüler zu ihren Schulsozialarbeitern kommen. „Die Pestalozzischule ist voll bis unters Dach“, schildert Jens Juraschka, SPD-Stadtrat und (unter anderem ) Geschäftsführer von Gemeinsam Ziele erreichen e.V.. Der Verein stellt einen Schulsozialarbeiter an der Pölbitzer Oberschule. Dort und ebenso an der Nicolaischule, die einen Sozialarbeiter durch die Stadtmission gestellt bekommt, gebe es zudem einen Migrationshintergrund von 30 Prozent. „Die Leute können nicht mehr“, so Juraschka. Deshalb sollen beide Einrichtungen ab kommendem Schuljahr einen weiteren Mitarbeiter zur Seite gestellt bekommen. Alle anderen Einrichtungen haben vorerst eine Stelle besetzt.

„Doch wir brauchen mehr“, fordert Finanzbürgermeister Bernd Meyer und appelliert damit an die Landesregierung, diesen Bereich über Landesmittel zu fördern. Die Gelder sollten allerdings nicht an die Landkreise verteilt werden, damit sie im Endeffekt wieder anders eingesetzt werden könnten, sondern die Weitergabe sollte direkt an die Kommunen erfolgen. Und das, obwohl Jugendhilfe eine Angelegenheit des Landkreises ist.

Hauptproblem sei nach wie vor die Kürzung der Jugendpauschale, die 2010 umgesetzt wurde. Seit dem Verlust der Kreisfreiheit investiert die Stadt freiwillig in soziale Projekte. Der Landkreis fährt hingegen sein Angebot aufgrund Mittelknappheit runter. Das Resultat: Jugendclubs wie das Mac in Crossen müssen geschlossen werden, weil der Landkreis nicht mehr mitziehe.

Dass gern mal ein sogenannter „Bufdi“, also ein Absolvent des Bundesfreiwilligendienstes für soziale Aufgaben eingesetzt werde, hat Jens Juraschka wenig Verständnis: „Die Leute haben in der Regel keine fachliche Ausbildung und die ist gerade hier sehr wichtig.“

Insgesamt investiert die Stadt knapp eine Million Euro in die Förderung von Projekten in den Bereichen Jugend-, Sozial- und Altenhilfe. Darüber abgestimmt haben die Mitglieder des Kulturausschusses. In die Finanzierung für Schulsozialarbeiter der freien Träger fließen rund 200.000 Euro. Von der besagten Förderung ausgenommen sind 275.000 Euro, die die Stadt eigenständig in sechs Grundschulen einsetzt. Weiterhin gefördert werden unter anderem die Angebote des Wohnungslosentreffs, des Alten Gasometers, der Seniorenvertretung und der Altenhilfe.  „Und diese Entscheidung über eine Million Euro aus dem städtischen Haushalt wurde ganz locker getroffen. Ohne Diskussion“, resümiert Bernd Meyer.

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