“Wir können nur immer wieder treiben und nerven”

Chemnitz bleibt weiterhin ohne Fernbahnanbindung. Frühestens erst in zehn Jahren ist eine Elektrifizierung denkbar.
Symbolbild: Pixabay

Selbstverständlich war es nicht, alle am selben Tag zur selben Veranstaltung zu bekommen, wie die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig im Rahmen einer öffentlichen Informationsveranstaltung zum Thema Fernbahnanbindung der Stadt Chemnitz, zu der das Stadtoberhaupt am Mittwoch eingeladen hatte, der Bedeutsamkeit wegen noch einmal hervorhob. Doch eine gute Anbindung von Chemnitz sei für die Stadt auch weiterhin von höchstem Interesse, so Ludwig beim Termin mit Blick auf die anwesenden Vertreter aus Politik und Wirtschaft, den Konzernvollbemächtigten der Deutschen Bahn AG, Eckart Fricke, den Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr Martin Dulig sowie der Initiative Fernbahnabindung. “Als Stadt können wir nur immer wieder treiben, nerven und Bürgerinitiativen gründen, um endlich einen Anschluss an das Fernbahnnetz zu bekommen.”

Bereits vor zwei Jahren trafen sich die Verantwortlichen in einer ähnlichen Veranstaltung. Laut Sachsens Verkehrsminister habe sich jedoch seither einiges getan. „Wir haben es geschafft, dass die Strecke Chemnitz-Leipzig Ende 2018 endlich in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes aufgenommen wurde”, sagt Dulig, der allerdings auch betonte: “Jedoch nicht in der vom Freistaat favorisierten Variante.” Vielmehr wurde diese nun vom Freistaat über den Prioritätenplan des geplanten Strukturwandel-Gesetzes platziert.  „Deshalb drängen wir unter anderem auch so darauf, dass das Gesetz endlich verabschiedet wird und die Planungen in echte Bautätigkeit umgesetzt werden“, so der Minister. Schließlich favorisieren der Freistaat sowie die Deutsche Bahn eine andere Strecke. Diese führe nicht wie vom Bund vorgesehen über Borna sondern über Bad Lausick. Derzeit prüft die Deutsche Bahn beide Trassenvarianten. Die Ergebnisse sollen dann noch dieses Jahr im Herbst vorgestellt werden.

Vekehrsminister Martin Dulig (SPD) zu bisherigen Erfolgen zum Ausbau der Fernbahnanbindung der Stadt Chemnitz. Foto: Vitus Beutler

Doch bis es einen genauen Termin für den Ausbau einer Anbindung an das Fernbahnnetz geben wird, sollen voraussichtlich noch zehn Jahren vergehen, erklärte Bahnchef Eckart Fricke. “Ein genauer Zeitrahmen für die Elektrifizierung lässt sich noch nicht festmachen. Vielleicht frühestens Anfang der 2030er Jahre.” Viel wahrscheinlicher sei es aber, so Fricke, dass zunächst die neue Intercity-Linie 17, die ab Ende dieses Jahres die Städte Dresden, Berlin und Rostock verbindet, bis Chemnitz verlängert werde.

Eine vielleicht trostspendende Nachricht konnte Fricke dennoch am Ende der Infoveranstaltung im Rathaus geben. Man plane für die Strecke zwischen Chemnitz und Leipzig klimatisierte Doppelstockzüge. Diese würden die bisherigen Wagen aus DDR-Zeiten ersetzen. “Wenn die Verhandlungen gut laufen, wäre eine Umstellung der Fahrzeuge zum Fahrplanwechsel 2020 denkbar”, sagt Fricke.

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