„Wir lassen uns den Tag nicht nehmen“

Egal wer am Rednerpult stand: Keiner bekam die Chance, gehört zu werden. Foto: Alice Jagals

Egal wer am Rednerpult stand: Keiner bekam die Chance, gehört zu werden. Foto: Alice Jagals

Zwickau. Zur Mai-Kundgebung hatte man zwei Möglichkeiten: Ohropacks in die Ohren stecken oder durch das extrem laute Pfeifen doch ein paar Worte der Redner aufzuschnappen. Und die waren teilweise sehr kurz. Zum Beispiel äußerte Oberbürgermeisterin Pia Findeiß lediglich, dass Menschenwürde wieder Platz haben muss. Man wolle doch gehört werden, was hier aber nicht der Fall sei.

„Wir lassen uns von euch die Kritik nicht nehmen“, brüllte Thomas Knabel von der IG Metall Zwickau, und betonte seine Wut über die Mitglieder des „dritten Weges“, die („das Pack“) in Plauen durch die Straßen laufen und den Sinn des ersten Mai kaputt machen und dies auf den Rücken der Kollegen austragen würden.  Bereits in der Mitte des Satzes folgte ein Sprechchor: „Wir sind das Volk“.

Er betonte, dass es sehr wohl Ungerechtigkeit beim Kampf um Arbeitsbedingungen gebe. So sei der Kampf gegen Leiharbeit ein Kampf gegen Sozialbetrug. Dennoch folgten Pfiffe und ein Sprechchor: „Maas muss weg!“. Er wiederum betonte, dass er sich für die Stabilisierung des Rentenniveaus einsetzen werde. Zum Schluss befahlt er: “Hört auf”, da die Pfiffe alles andere als leiser wurden.

DGB-Kreisvorsitzende Sabine Zimmermann kritisierte, dass  man Menschen glauben ließe, dass auf dem Arbeitsmarkt alles bestens laufe. „Doch die Realität sieht anders aus“, sagte sie. „Mittlerweile arbeitet jeder vierte im Landkreis Zwickau in Teilzeit. 41,4 Prozent der Vollzeitbeschäftigten arbeiten zu Niedriglöhnen. Bei den Leiharbeitern sind es sogar über 70 Prozent.“

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