„Wir lassen uns nicht tatenlos hinrichten“

 

Auch Händler in Annaberg-Buchholz beteiligten sich an der deutschlandweiten Protestaktion, positionierten sich wie hier vor dem Fachgeschäft „freiluft“ auf der Wolkensteiner Straße um 11 Uhr, um ihrem Unmut Luft zu machen.
Foto: André Kaiser

Annaberg-Buchholz. Seit heute (11. Januar) bis einschließlich 7. Februar gilt die neue Corona-Schutz-Verordnung. Damit werden die Maßnahmen verlängert, teils sogar verschärft. Ein herber Schlag für Einzelhändler, die eh schon um ihre Existenz kämpfen müssen, unter anderem viele Innenstadt-Händler des Annaberger Werberings.

Auch auf dem Marktplatz machten der Annaberger Werbering und die Einzelhändler auf ihre prekäre Situation aufmerksam, natürlich unter Einhaltung der aktuell geltenden Vorschriften.
Foto: André Kaiser

Mit der Aktion “ AUF_merksam“ sollte nun am Montag deutschlandweit die prekäre Situation in der Branche deutlich gemacht werden. Beteiligte Händler stellten sich um punkt 11 Uhr mit schwarzen Plakaten und teils Trillerpfeifen vor die Türen ihrer Geschäfte oder versammelten sich unter Enhaltung der aktuell geltenden Regeln auf öffentlichen Plätzen, um ihrem Unmut Luft zu machen.

 

„Wir sind keine Corona-Leugner, Rechte, Schwurbler oder Maskenverweigerer. Wir möchten lediglich auf unsere existenzgefährdende Situation AUF_merksam machen“, stellen die Initiatoren der Aktion klar. Wie sie sagen, seien 65 Prozent des stationären Einzelhandels durch die Pandemie-Maßnahmen unmittelbar betroffen. Es drohe nicht nur das AUS dieser Betriebe, sondern es gleiche einer staatlich angeordneten Hinrichtung. „Viele Händler, insbesondere in der Modebranche handeln mit ‚verderblicher‘ Ware. Wenn die für die laufende Saison eingekaufte Ware nicht verkauft wird, so muss sie nahezu komplett abgeschrieben werden“, geben sie zu bedenken.

Veranstalter und Sonnenstudio-Betreiber Till Schwabe unterstützt die Aktion der Händler. Er hält es für notwendig, immer wieder Zeichen zu setzen, „auch in Zeiten von Kilometer- und Kontaktbeschränkungen.
Foto: privat

Die Erstattung der Fixkosten vom Staat würden nicht ausreichen, da der viel größere Verlust der Warenbestand sei, „der Tag für Tag ein größeres Loch in unsere Reserven reißt. Bei vielen unserer Kollegen sind die Reserven nach dem mehrfach wiederholten Lockdown restlos aufgebraucht. Viele unter uns teilen bestimmt nicht die Meinung der Regierung, dennoch sind wir bereit die angeordneten Maßnahmen zu befolgen. Jedoch nicht zu jedem Preis. Wir lassen uns nicht tatenlos hinrichten“, so die eindringlichen Worte an die Adresse der Politiker.

Da man mit diesen über eine baldige Öffnung der Geschäfte unter entsprechenden Hygienevorschriften offensichtlich nicht sprechen könne, erwarte man, wenigstens eine angemessene Entschädigung zu erhalten. Die Initiatoren abschließend: „Wenn die Politik nicht handelt, droht der Verlust des Einzelhandels, gehen tausende Arbeitsplätze verloren, ebenso wie die Attraktivität des Kulturgutes ‚Innenstadt‘“.

Mehr zur Aktion unter #wirmachenAUFmerksam und #freundschaftsdienst

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