Wirksamer Wumms?

Politiker und Unternehmer äußern sich im WochenENDspiegel zum Konjunkturpaket der Bundesregierung! Zum Beispiel Prof. E.h. Dr.-Ing. E.h. Hans J. Naumann, Chef der NILES-SIMMONS-HEGENSCHEIDT-Gruppe mit Sitz in Chemnitz. Foto: NSH

Wirksamer Wumms? Professor Hans J. Naumann: Im Großen und Ganzen sehr gut durchdacht

Von Sven Günther
Region. Wumms! Vizekanzler und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) beschrieb das Corona-Konjunkturpaket der Regierung boulevardesk mit einem knackigen Satz: „Wir wollen mit Wumms aus der Krise.“
Es ist ein 130-Milliarden-Euro-Wumms, der in den nächsten Jahren für gewaltigen Nachhall sorgen wird.

So sieht es jedenfalls Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und sagt: „Deutschland ist ein starkes Land und trotzdem gilt: Was wir an Geld ausgeben, muss von den Menschen erwirtschaftet werden. Und 130 Milliarden Euro sind sehr viel Geld. Eine Belastung, die es in den nächsten Jahren zu schultern gilt.“

Auch die Senkung der Mehrwertsteuer sieht er kritisch, meint: „Man kann sich über die Wirkung streiten.“ Er kritisiert weiter: „Ich finde auch, wenn man die Wirtschaft nach oben ziehen will und die Automobil-Industrie betrachtet, kann man sich nicht nur auf die Elektromobilität konzentrieren. Das ist mit Sicherheit ein Schwachpunkt.“

Aber es gibt auch Lob vom Ministerpräsidenten: „Es ist ein sehr wichtiger Schritt zur Stabilisierung der Unternehmen. Sie brauchen Eigenkapital und Liquidität. Das schafft dieses Konjunkturprogramm, und zwar in der Breite.“ Auch die Hilfe für Kommunen durch den sächsischen Schutzschirm und die Unterstützung durch das Konjunkturprogramm des Bundes wird von Kretschmer positiv bewertet.

Prof. E.h. Dr.-Ing. E.h. Hans J. Naumann, Chef der NILES-SIMMONS-HEGENSCHEIDT-Gruppe mit Sitz in Chemnitz: „Das Konjunkturpaket ist im Großen und Ganzen sehr gut durchdacht und ausgearbeitet und beinhaltet Unterstützungen in vielfacher Hinsicht, welche grundsätzlich zum Ziel haben, die Konjunktur der Bundesrepublik Deutschland und die Wirtschaftskraft wieder in Gang zu setzen. Zudem sind Maßnahmen genehmigt, die notleidenden Unternehmen eine Unterstützung zukommen lassen, damit sie das wirtschaftliche Tal überwinden können.
Insgesamt kann man jetzt nur noch den Wunsch zum Ausdruck bringen, dass die beabsichtigten Maßnahmen den gewünschten Erfolg zur Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft beschleunigen.
Im Hinblick auf diese positive Entscheidung der Regierung muss jedoch erwähnt werden, dass der viel größere Teil der deutschen Wirtschaft – die Exportwirtschaft – keine merkbare Beschleunigung erfahren wird. Deutschland ist in seinem Erfolg, als der globale Exportweltmeister, völlig abhängig von den Ländern, in die die vielen Exportgüter geliefert werden und deren wirtschaftlichen Wiedererstarkung. Wie schnell u.a. die EU, China, Russland und die USA wieder deutsche Produkte in Auftrag geben werden, steht in den Sternen.
Es ist eindeutig bereits jetzt klar, dass viele Exportunternehmen die wahrscheinlich langen Wartezeiten nur dann überstehen, wenn sie über ein Finanzpolster verfügen und wenn sie in der Lage sind, ihre Unternehmen rechtzeitig anzupassen.
Im Hinblick auf die deutsche Exportwirtschaft wird bereits das Jahr 2021 einen klaren Aufschluss über die Zukunft bringen.“

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