Wismut-Altlast wird saniert

Für 4,5 Millionen Euro wird das Gelände der Industriellen Absetzanlage (IAA) Hakenkrümme östlich von Aue saniert. Jetzt wurden 665.000 Euro Fördermittel von der Landesdirektion bewilligt. Foto: Wismut GmbH

Wismut-Altlast: Unsichtbar gefährlich!

Von Sven Günther
Aue. Das Luftbild gaukelt uns eine Idylle vor. Wir sehen leuchtend grünes Gras, tanngrüne Bäume. Ein See bettet sich in die Landschaft, durch die sich ein Weg schlängelt. Kurios: Im rechten unteren Teil des Fotos kann man weiße Striche erkennen. Laut Wismut Stämme von Birken, die krumm gewachsen sind. Ein Hinweis auf die unsichtbare Gefahr?
Wir sehen das Gelände der Industriellen Absetzanlage (IAA) Hakenkrümme östlich von Aue. Sie enthält sowohl radioaktiv belastete Altablagerungen des Uranerzabbaus als auch bodenschutzrelevante konventionelle Altablagerungen, die eine Gefährdung für das Grundwasser darstellen.
Jetzt wird das Gebiet saniert, werden durch Beseitigung und Abdeckung radiologisch unbedenkliche Verhältnisse hergestellt.
Die Landesdirektion bewilligte 665.000 Euro Fördermittel. Wismut, die Stadt Aue und der Erzgebirgskreis sind beteiligt. Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Euro. Die Große Kreisstadt Aue wird sich an diesen Kosten mit rund 840.000 Euro beteiligen.

Hintergrund:
Auf dem Gelände der früheren „Industriellen Absetzanlage (IAA) Hakenkrümme“ wurden von 1948 bis 1952 zunächst Schachtanlagen der SAG Wismut für Abbauarbeiten auf Uranvererzung errichtet, bevor es ab 1952 bis 1957 als Absetzanlage für den Aufbereitungsbetrieb der SDAG Wismut – frühere Blaufarbenfabrik Niederpfannenstiel – genutzt wurde. Während dieser Zeit wurden Aufbereitungsrückstände in ein hierfür vorgesehenes Absetzbecken eingespült. Anfang der 70er Jahre begann man mit der Aufschüttung der sogenannten „Sandhalde“, bestehend aus Trocken-Aufbereitungsrückständen der Uranerzverarbeitung und Blaufarbenschlacken, bevor die Fläche bis ca. Anfang der 80er Jahre als „ungeordnete Hausmülldeponie“ für die Ablagerung von Hausmüll, Industrieabfällen, Asche, Schlacken und Bauschutt weitergenutzt wurde. Hinzu kamen bereits ab Mitte der 70er Jahre drei Fäkalienbecken. Nach Einstellung der Müllaufschüttung zu Beginn der 80er Jahre wurde die Fläche mit Bauschutt und teilweise mit Betonplatten abgedeckt.

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