Zeitzeugengespräch in Hoheneck – Petra Weise berichtet über DDR-Fluchtversuch

90 Besucher waren ins ehemalige Frauengefängniss gekommen. Foto: Weise

Sie berichtete den 90 Besuchern von ihren Beweggründen des Fluchtversuchs, ihrer Haft im zentralen Frauengefängnis der DDR Hoheneck, dem Häftlingsfreikauf mit Neuanfang in der Bundesrepublik. Wegen dringend benötigter Medikamente für ihr schwerkrankes Kind, welche die junge Familie in der DDR nicht erhielt, unternahm sie mit ihrer Familie einen Fluchtversuch in die Bundesrepublik, der jedoch scheiterte.
Es folgte Haft für die Eltern, die Kinder kamen zu den Großeltern.Im Hohenecker Gefängnis, so Petra Weise, habe sie von Montag bis Samstag arbeiten müssen und sonntags andere Aufgaben zugeteilt bekommen. An die Arbeit im Dreischichtsystem habe sie sich erst gewöhnen müssen. Hinsichtlich der Verpflegung assoziiere die Zeitzeugin die Hohenecker Haft mit dem Geruch von teils verfaulten Kartoffeln, den sie dort wahrnahm. Sehr eindrücklich ahmte sie nach, in welcher Art und Weise eine Vollzugsangestellte einen Brief ihres Mannes vorlas.

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