Zuschuss für die Burg Schönfels

Landkreis. Das Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes geht in die 9. Runde. In seiner Sitzung am heutigen Mittwoch hat der Bundestags-Haushaltsausschuss die Projektliste beschlossen. In der Region Zwickau erhielten die Burg Schönfels in Lichtentanne und die Alte Friedhofskapelle in Meerane den Förderzuschlag über insgesamt 175.000 Euro.

Bei der Burg Schönfels wird nun der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen, nachdem im vergangenen Jahr dank des Denkmalschutz-Sonderprogramms kurzfristig dringend erforderliche Notmaßnahmen finanziert werden konnten. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 250.000 Euro, der Bundesanteil beläuft sich auf 100.000 Euro. Die gleiche Summe wird durch den Freistaat bereitgestellt, rund 50.000 Euro sind Dritt- beziehungsweise Eigenmittel.

Auch die Alte Kapelle in Meerane pritiert vom Beschluss. Foto: Förderkreis Friedhof Meerane e.V.

Auf dem Friedhof von Meerane steht nun die Fassadensanierung der Alten Kapelle an. Von den Gesamtkosten in Höhe von knapp 160.000 Euro übernimmt Berlin 75.000 Euro, aus Dresden kommen bis zu 65.000 Euro, die verbliebene Summe wird vor Ort aufgebracht.

Für die Belange des Denkmalschutzes engagiert sich Carsten Körber seit langem: „Unsere Baudenkmäler sind nicht nur hübsch anzusehen, sie berichten uns aus unserer ureigenen Geschichte. Sie sind steinerne Zeugnisse der Vergangenheit. Um es einmal mit den Worten Helmut Kohls zu sagen: ,Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten.‘ Da gibt es für mich nichts hinzuzufügen.“ Körber dankte abschließend der sächsischen Staatsregierung und der Bundesbeauftragten, Staatsministerin Prof. Monika Grütters, für ihre bewährte wie tatkräftige Unterstützung.

Das Denkmalschutz-Sonderprogramm beläuft sich im laufenden Jahr auf 50 Millionen Euro. Davon wurden 20 Millionen Euro kurzfristig aufgestockt, so Körber: „Ursprünglich hatten wir für das Sonderprogramm Mittel in Höhe von 30 Millionen Euro eingeplant. Zur Bewältigung der Corona-Pandemie haben wir Ende März für das laufende Haushaltsjahr einen Nachtragshaushalt von 156 Milliarden Euro beschlossen. Aus diesem finanzieren wir eine Programmaufstockung um 20 Millionen Euro auf insgesamt 50 Millionen Euro, die den Handwerkern in diesen schweren Zeiten gezielt zugute kommen“.

Insgesamt werden bundesweit 251 denkmalgeschütze Objekte gefördert. Bei der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien waren für das Sonderprogramm 542 Projektanträge mit einem Gesamtvolumen von rund 142 Mio. Euro eingereicht worden. Im gesamten Freistaat Sachsen werden 19 Denkmalschutzprojekte mit einer Gesamtfördersumme von gut 3,13 Millionen Euro bezuschusst, u.a. in Chemnitz die Sanierung der Hartmannfabrikhalle (490.000 Euro) und die Sanierung der Dach- und Stahlkonstruktion des Bahnbetriebswerkes und Lokschuppens Lerchenstraße 2 (450.000 Euro). Zudem wird die Fassade des ehemaligen Kaßberg-Gefängnisses in Chemnitz saniert (165.000 Euro). Parallel zur baulichen Ertüchtigung wird im Kaßberg-Gefängnis im Zuge der Gedenkstättenförderung der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien ein Lern- und Gedenkort errichtet.

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