Zwei Schauplätze – Zweimal Boom!

Jochen Schubert (Eisenbahnfreunde, 2.v.l.) und Sven Liebold (Eisenbahnmuseum, 4.v.r.) eröffnen gemeinsam mit Susan Endler (CWE, l.a.), Dr. Oliver Brehm (Industriemuseum, 3.v.l.) sowie mit den beiden Kuratoren Maximilian Claudius Noack (Schauplatz Eisenbahn, 3.v.r.) und Jürgen Kabus (Industriemuseum, r.a.) die neue Wegstrecke.
Fotos: Judith Hauße

Wenn die vierte Sächsische Landesausstellung „Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen“ vom 25. April bis 1. November 2020 die Besucher zu einer spannenden Zeitreise durch fünf bewegte Jahrhunderte sächsischer Landesgeschichte einlädt, werden auch zwei historische Standorte in Chemnitz einen großen Beitrag dazu leisten: Das eisenbahnhistorische Areal in Chemnitz-Hilbersdorf mit der Schauplatzausstellung „EisenbahnBoom“ sowie das Industriemuseum Chemnitz mit der Sonderschau „MaschinenBoom“.

Mit beiden Standorten habe man schließlich authentische Areale, die zwar unterschiedlich sind, sich aber in vielen Bereichen durchaus ergänzen, wie Dr. Oliver Brehm betont. Nicht zuletzt solle sich aber im Rahmen der Landesausstellung nicht nur der Blick auf die Leitausstellung im Audi-Bau in Zwickau konzentrieren. „Auch wir in Chemnitz haben mit dem Eisenbahnareal in Hilbersdorf sowie dem Industriemuseum zwei dezentral Schauplätze, die für die Industriekultur in Sachsen schon immer eine wichtige Rolle gespielt haben.“

In Vorbereitung auf die Landesausstellung konnte am Dienstag bereits auch schon die insgesamt 1.200 Meter lange neu errichtete Wegstrecke zwischen den beiden auf dem Gelände agierenden Vereinen, die Eisenbahnfreunde Richard Hartmann und das Sächsische Eisenbahnmuseum freigegeben werden.

Auf der etwa 26 Hektar großen Fläche wird es neben musealen Hotspots, ebenso eine Verbindung zur Bahnstrecke Chemnitz – Dresden geben. Die dafür erforderlichen Umgestaltungen laufen derzeit auf Hochtouren. „Bevor der Schauplatz erste Besucher empfangen kann, gilt es zunächst die Betriebssicherheit herzustellen, wie Sven Liebold vom Sächsischen Eisenbahnmuseum erklärt. Gleichzeitig musste ein Zaun zu den noch aktiven Gleisanlagen errichtet werden.

Auch soll der Standort für die Zukunft eine große Rolle spielen. „Eine Bedingung für die Fördermittel war, dass das eisenbahnhistorische Areal nachhaltig genutzt wird“, so Liebold. Insgesamt 700.000 Euro wurden durch Fördermittel vom Bund, jeweils 500.000 Euro von Land und Stadt sowie durch Spenden in den Umbau des Areals investiert.

Für die Landesausstellung soll es schließlich nicht nur ein Museum geben, auch multimedial sowie mit einem Lokomotiv-Showroom, der über den Besucherrundweg mit dem Reiterstellwerk verbunden ist, wollen die Verantwortlichen alle Altersklassen ansprechen. “Im Fokus dabei steht vor allem die sächsische Eisenbahngeschichte mit all ihren Höhen und Tiefen”, wie der Kurator für den Schauplatz Eisenbahn Maximilian Claudius Noack erläutert.

Im Industriemuseum setzt Kurator Jürgen Kabus mit einer Sonderausstellung auf das Zusammenspiel von Maschine und Mensch. „Aber anders“, wie er sagt. „Wir wollen nicht jede Maschine oder jedes Industrieunternehmen vorstellen, vielmehr werden Fragen, wie „Was ist eine Maschine und welche Funktion spielt sie – heute wie früher – im Alltag der Menschen“eine Rolle spielen.

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